Wo ist nur die Zeit geblieben? Kann es wirklich sein, dass das vergangene Treffen bereits unser 20. war und somit ein weiteres Jubiläumstreffen? Nun, Kalender lügen nicht, und dieser weist unser erstes Treffen für den August des Jahres 2015 aus. Das passt! Wäre es durch die Pandemie nicht zu ungewollten Ausfällen gekommen, hätten wir schon einige Treffen mehr auf der Uhr. Aber nun war es wirklich soweit, die D.A.U. Jungs haben am zweiten Wochenende im April ihr 20. Treffen eingetütet, und das war in jeder Hinsicht eines Jubiläums wert. Ganze vier Lautsprecher wurden während des Treffens gemessen und fertiggestellt. Dazu später mehr.
Wie immer trudelten die ersten Teilnehmer am frühen Freitagnachmittag an. Das war unsere Bayernfraktion in Form von Oli und Rouven. Auf ihrer längeren Anreise war der Gott des fließenden Verkehrs nicht ganz so gut gesonnen und brummte den beiden die eine oder andere Verzögerung durch Staus auf. Natürlich konnte das die gute Laune nicht beeinträchtigen. Robbe hatte zudem vorgesorgt und Kuchen besorgt. Dazu einen guten Kaffee, und schon ist die Anreise vergessen.
Für das Jubiläumstreffen hatten wir zudem einen besonderen Gast eingeladen. Thomas Schmidt von der Klang+Ton sollte und wollte uns beehren, aber leider musste er krankheitsbedingt absagen. Seine Ärztin hatte ihm Ruhe verordnet. Sehr schade, aber das war nicht zu ändern. Thomas, du darfst gerne bei einem unserer nächsten Treffen dabei sein.
So nach und nach füllte sich das Haus und zwar nicht nur mit den weiteren D.A.U.'lern sondern auch mit ihren Lautsprechern, die es zu messen, bzw. fertigzustellen galt.
Die ersten nahmen zwischenzeitlich im Hörraum Platz und lauschten Alex' neuer VIS à VIS, einem kompakten 3-Weger mit preiswerter Bestückung aus dem Hause Visaton.
Die Jungs sehen so aus, als wäre die Darbietung in Ordnung. :)
Wie es beim ersten Tag des Treffens immer der Fall ist, dauert es nicht lange, bis unser geliebter Fahrservice klingelt, um uns traditionell nach Köln in die Trattoria Casa Di Modica zu chauffieren. Gut, dass auch der kleine Hunger seine ersten Klopfzeichen von sich gab.
Marco und sein Team erfreuen uns seit Jahren mit hervorragender Küche und natürlich auch edlen Tropfen. Dafür einmal mehr herzlichen Dank.
Es mag den Anschein erwecken, dass es sich bei den D.A.U. Treffen eher um Zusammenkünfte mit kulinarischem Hintergrund handelt. Das ist natürlich nicht der Fall, zumindest nicht in erster Linie. Da wir aber in all den Jahren als Freunde zusammengewachsen sind, ist es uns wichtig, nicht nur in musikalischer Richtung zu genießen. Oli sagte einmal, die Treffen seien immer wie ein kleiner Urlaub. Urlaubsfeeling erlaubte auch das Wetter an besagtem Wochenende. Nach der Rückkehr aus Köln nahmen wir noch kurz auf der Terrasse Platz, ehe wir wieder im Hörraum verschwanden.
Bis tief in die Nacht wurde Musik gehört. Wie immer gab es auch Pegelorgien, die der Kaventsmann für uns bereitstellen durfte. Dieser bescherte uns mit Ein Straussfest von Erich Kunzel und dem Cincinnatti Pops Orchestra ein eindrucksvolles Erlebnis. Wir hörten quer durch die Genres, wobei jeder seinem Geschmack frönen durfte. Da gab es auch Momente, an denen einige Personen es vorzogen, sich mit einem kühlen Blonden ins Erdgeschoss zu verziehen. Alex hatte ein paar Tage vor dem Treffen eine ganz besondere Perle aufgetan, die sich natürlich niemand entgehen lassen wollte.
Schlager in HiFi, eine Zusammenstellung diverser Preziosen aus längst vergangener Zeit, die teilweise überraschend guten Klang mitbringt. Ein wenig skurril war das schon, aber einen Heidenspaß hat's auch gemacht.
Der Spaß ist wohl nicht zu übersehen, und so erstreckte sich der erste Abend bis in den frühen Morgen. Gegen etwa 04:30 löschten wir die Lichter und zogen die Bettdecken bis an die Nase, denn für genau sechs Stunden später hatten wir mit Robbe vereinbart, pünktlich an dem von ihr, wie immer, liebevoll und rechhaltig gedeckten Frühstückstisch Platz zu nehmen. Dafür und für die ganze Organisation rund um unser Treffen ganz lieben Dank.
Am Tisch sind noch zwei Plätze unbesetzt. Das liegt erstens daran, dass Alex das Geschehen gerade fotografiert und zweitens, dass der kurzfristig eingeladene Andreas van Lück erst kurz nach diesem Schnappschuss eingetroffen ist. Nach dem leckeren Frühstück verschwanden wir in Alex' Messraum um uns der Messung und Entwicklung einiger Lautsprecher zu widmen. Als erste durfte Olis Ventura auf den Messplatz.
Die Ventura ist ein 3 Wege Lautsprecher im klassischen Design der 70er/80er Jahre mit asymmetrisch auf der Schallwand platzierten Mittel- und Hochtönern. Der Lautsprecher war Gegenstand der Entwicklung während unseres Workshops Messung & Simulation, der im Februar in Kooperation mit Quint Audio in deren Räumlichkeiten in Senden stattfand. Die Chassis wurden alle noch einmal neu gemessen und die während des Workshops entstandene Beschaltung durch eine alternative Topologie mit weniger Bauteileaufwand ersetzt. Als nächster Lautsprecher durfte sich die 2one von Kris auf dem Messpodest breit machen.
Die Front der 2one ziert ein wunderschöner Koax aus dem Hause KEF. Da dieser nicht (mehr) einzeln erhältlich ist, ging Kris einen etwas ungewöhnlichen Weg. Er erwarb ein Paar KEF Q350 und veranstaltete ein kleines Schlachtfest, bei welchem er den Lautsprechern die Koaxe entnahm. In der schmucken Standbox wird der Koax von einem seitlich montierten 12 Zöller von SB Acoustics unterstützt. Dies entlastet einerseits den gegen Pegel im Bassbereich recht empfindlichen Koax. Andererseits ist der Lautsprecher so zu hohen Pegeln mit einem veritablen Bassfundament fähig. Nachdem die Messungen eingefangen waren, ging es ab zur Simulation. Da sich die Chassis mustergültig messen, hat die Simu nur wenige Minuten gedauert. Kurze Zeit später spielte der Lautsprecher, und das tat er auf einem sehr hohen Niveau.
Alex hatte eigentlich vor, seine Quick 'n Dirty bis zum Treffen spielfertig zu haben, aber das hat die Zeit einfach nicht zugelassen. So begab es sich, dass sie als Dritte im Bunde auf den Messplatz durfte.
Dieses Ding erwies sich als kleiner Schweinepriester. Wir haben viel probiert und gehört, aber lange Zeit störte etwas. Nach einigen Anpassungen war aber der Moment gekommen, an dem die Quick 'n Dirty so spielte, wie sich das gehört. Des Rätsels Lösung war ein zu den Höhen hin abfallender Frequenzgang. Nun klangen auch Stimmen so wie sie klingen sollen und wie wir sie "im Ohr" haben.
Das Bild teasert schon Lautsprecher Nummer vier, der hier noch brav im Hintergrund verweilt. Es handelt sich um ein noch namenloses und schon seit langer Zeit geplantes Projekt von Tom. Die veritable Standbox vereint zwei 8" TT von Sica mit einem ebenfalls 8" messenden MT, ebenfalls aus dem Hause Sica und einem Tymphany HT im altbekannten Monacor WG-300. Von diesem Projekt haben wir lediglich Messungen angefertigt. Diese stellen einen sehr guten Lautsprecher in Aussicht, den Tom derzeit zu Ende entwickelt. Hier sehen wir den Konstrukteur beim Eindrehen des Lautsprechers für die Winkelmessungen.
Das war eine richtig tolle und erfolgreiche Aktion. Die gute Laune, die wir währenddessen hatten, ist deutlich zu sehen.
So langsam wurde es Abend, und es war an der Zeit, ein schönes Abendessen zu uns zu nehmen. Für den Samstagabend hatten wir eine Reservierung beim örtlichen Restaurant Arkade vorgenommen. Hier gibt es leckere Balkan Küche und viele andere tolle Speisen.
Nach dem Abendessen führte uns der Weg zurück in den Hörraum, wo wieder eine recht lange Nacht vor uns lag. Heute war unter anderem die Ka'ena Point angesagt.
Die Samstagnacht wurde nicht ganz so lang wie die vorherige, als sich bei den Jungs die Müdigkeit breit machte. Natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen, zum Abschluss noch ein Gruppenfoto mit "Damen" anzufertigen.
Am Sonntagmorgen hatte Robbe wieder einen tollen Frühstückstisch für uns gedeckt. Wie immer war der Abreisetag sehr locker. Einige nutzten den Vormittag, um im Hörraum noch ein wenig Musik zu hören. Andere genossen einfach das Zusammensitzen und Klönen am Küchentisch. Oli hatte noch eine schöne Überraschung im Gepäck. Für jeden hatte er eine Tasse mit dem D.A.U. Logo mitgebracht. Vielen Dank für die schöne Aufmerksamkeit.
Daraus schmeckt der Kaffee gleich doppelt gut.
Ab dem späten Mittag brachen die Jungs so nach und nach ihre Heimreise an. Das tolle 20. D.A.U. Treffen war zu Ende.
Wir sehen uns...
